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Baustromverteiler: Die richtige Stromversorgung für Ihre Baustelle

Baustromverteiler sind spezielle Stromverteiler für den Einsatz auf Baustellen und Montagestellen ohne reguläre Stromversorgung. Mit den vielseitigen Geräten lässt sich die Stromverteilung am öffentlichen Stromnetz bis zur Fertigstellung der Hausanschlüsse effizient, stabil und sicher gestalten.

Strom ist bei der Errichtung und Sanierung von Gebäuden unentbehrlich. Vom Bauunternehmen über die einzelnen Gewerke wie Zimmermann, Maurer, Elektriker, Schlosser und Installateur bis hin zu Teildisziplinen wie Aufzugstechnik, Heizung, Klima, Lüftung und Brandschutz sind so gut wie alle in Bauprojekte einbezogene Unternehmen auf elektrische Energie angewiesen. Auch für das Belüften und Beheizen der Baustelle wird Baustrom benötigt. Solange ein Gebäude nicht an das öffentliche Stromnetz angeschlossen ist oder die verfügbare Stromversorgung nicht ausreicht, sorgt Baustrom aus dem Baustromverteiler für die zuverlässige Baustromversorgung Ihrer Baustelle.

Für die Stromversorgung auf Baustellen benötigen Sie zwei Schränke, einen Zählerschrank und einen Baustromverteilerkasten mit den Steckdosen. Der Baustrom wird vom örtlichen Netzbetreiber oder Energieversorger im Zählerschrank bereitgestellt und je nach entnommener Menge verrechnet. Vom Baustromzählerkasten fließt der Strom über ein Anschlusskabel zum Baustromverteiler. Am Verteilerkasten werden die Baumaschinen, die Baubeleuchtung und je nach Größe der Baustelle auch Unterverteiler angeschlossen.

Zu den bekanntesten Anbietern von Baustromverteilern zählen Elektra Tailfingen, FTG Friedrich Göhringer, GAO, Gewiss, PCE Merz und Walther Werke.


Wie funktioniert ein Baustromverteiler?

Baustromverteiler ähneln einem großen Sicherungskasten und eignen sich für Kurzzeitanschlüsse von elektrischen Geräten auf Baustellen, Messen, Märkten und Veranstaltungen. Sie dienen als Speisepunkt und bieten Schutzkontakt- und Drehstromanschlüsse mit 230 V und 400 V. Angeschlossen werden die Verbraucher über Steckvorrichtungen oder Klemmanschlüsse. Die Stromverteiler sind im Außenbereich und Innenbereich einsetzbar.

Ein Baustromkasten besteht in der Regel aus einem robusten, unempfindlichen Gehäuse mit Steckvorrichtungen und einer Einrichtung zum Trennen des Kastens von der Zuleitung. Das Metallgehäuse aus Stahlblech oder Kunststoffgehäuse ist schutzisoliert, wetterunempfindlich und besitzt eine Kabelzuführung mit Zugentlastung zum Anschluss an den einspeisenden Baustromzähler. FI-Schutzschalter sowie eine eigene Erdung mittels Erdspieß sorgen für eine sichere Nutzung des Baustroms.

Je nach Modell kann ein Baustromkasten mit verschiedenen Komponenten bestückt sein, darunter Sicherungslasttrennschalter, Lasttrennschalter, Sicherungslastschaltleisten und RCD-Schutzschalter. Für die interne Abrechnung der verbrauchten Strommenge ist in vielen Baustromkästen ein Platz zur Installation eines Stromzählers vorgesehen.

Ein Fußgestell ermöglicht eine platzsparende und schmutzgeschützte Aufstellung mit leichtem Zugang zu den Anschlüssen. Das Untergestell sorgt auch für die richtige aufrechte Position, denn der Stromverteiler darf im Betrieb nicht liegen.

Praktisch sind seitliche Tragegriffe, Kranösen und eine Vorrichtung zur Stapleraufnahme zum einfachen Transport des Baustromkastens an seinen Einsatzort. Zum Schutz der Stromversorgung gegen unbefugten Zugriff sind viele Verteiler abschließbar, beispielsweise durch einen Schließzylinder oder ein Vorhängeschloss.

Für die weitere Unterverteilung auf der Baustelle gibt es Stromverteiler in kompakter Ausführung.


Was unterscheidet Baustromverteiler von normalen Stromverteilern?

Baustromverteiler unterscheiden sich von klassischen Steckdosenverteilern, die in eine Steckdose mit 230 V Netzspannung eingesteckt werden, durch ihre Anschlussleistung, Anschlussmöglichkeiten (Abgänge) und Sicherheitsvorkehrungen. Ihr Gehäuse ist so konstruiert, dass es den rauen Belastungen auf einer Baustelle standhält.

Im Verteiler finden sich 230-V-Schutzkontaktanschlüsse sowie Anschlüsse für Drehstrom, das ist Starkstrom mit 400 V Spannung. CEE-Steckdosen mit Drehstrom werden für viele Baumaschinen mit Elektromotoren vom Betonmischer bis hin zum Bauaufzug benötigt.

Zur leichten Unterscheidung sind die Schuko-Anschlüsse für 230 V in blau und Drehstrom-Kupplungen mit 400 V in rot ausgeführt. Die Schutzkontakt-Kupplung ist dreipolig und besteht aus Außenleiter, Neutralleiter und Erdungsleitung. Die rote CEE-Starkstrom-Kupplung für Drehstromgeräte verwendet ein fünfpoliges Stecksystem mit drei Außenleitern, einem Neutralleiter und einem Schutzleiter für die Erdung.


Welche Baustromverteiler gibt es?

Baustromkästen gibt es in unterschiedlicher Größe und Bestückung für kleine, mittlere und große Baustellen. Achten Sie bei der Auswahl von Verteilern und Unterverteilen auf den in der Produktbeschreibung angegebenen Nenneingangsstrom und den Mindestquerschnitt.

  • Bei einem Verteilerschrank handelt es sich um einen Baustromkasten für die Verteilung von Strom auf einer Baustelle oder Veranstaltung.
  • Anschlussschränke sind Baustromkästen mit Vorrichtung für den Einsatz eines Stromzählers, an die Geräte mit Schuko- und Drehstromsteckern sowie weitere Baustromunterverteiler angesteckt werden können. Sie dienen auch als Zählerschrank.
  • Gruppenverteilerschränke sind nur für die Unterverteilung an weitere Baustromverteiler geeignet. Gruppenverteiler haben selbst keine Steckplätze für Endgeräte. Durch den Einsatz von Gruppenverteilerschränken lassen sich separate Stromkreise für verschiedene Baustellenabschnitte getrennt absichern.
  • CEE Stromverteiler oder CEE-Hängeverteiler sind bei Drehstrom das Gegenstück zur 230-V-Mehrfachsteckdose und Kabeltrommel. Die handlichen Stromstationen dienen als mobile Stromverteiler auf der Baustelle und lassen sich problemlos an der Wand befestigen. Sie sind ein wichtiges Zubehör zum Baustromkasten und werden per CEE-Stecker mit einer freien Starkstromkupplung verbunden.

Wer schließt den Baustromverteiler an?

Den Anschluss des Baustromkastens an den Verteilerkasten des Netzbetreibers übernimmt ein Techniker Ihres örtlichen Energieversorgungsunternehmens oder der Stadtwerke, bei denen der Baustromanschluss beantragt wurde. Die Beantragung des Baustroms ist normalerweise Aufgabe des Bauherrn. Das Versorgungsunternehmen informiert Sie auch über spezielle Normen und Vorschriften, die im Zuständigkeitsbereich der Baustelle gelten und über die nötigen Antragsformalitäten. Erkundigen Sie sich am besten frühzeitig, welche Dokumente benötigt werden.

Jeder Baustromverteiler muss bei der Einrichtung auf der Baustelle und anschließend mindestens einmal monatlich geprüft werden. Als Nachweis des Checks sollte ein Prüfprotokoll zur regelmäßigen Dokumentation erstellt werden.


Was hat es mit der Schutzeinrichtung auf sich?

Auf Baustellen ist der Schutz vor elektrischem Schlag durch spezielle Normen gewährleistet, darunter die VDE-Normen DIN VDE 0100-704 und die DIN EN 61439-4 für das Errichten von Niederspannungsanlagen. Zur Vorbeugung von Stromunfällen sind Baustromverteiler mit einer Schutzeinrichtung samt Erdung ausgestattet.

Die Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) soll Personen und Sachwerte vor Schäden durch elektrische Spannungen schützen. Der FI überwacht die angeschlossenen Geräte und verhindert, dass gefährliche Fehlerströme ungehindert fließen können. Im Fehlerfall leitet der Schutzschalter den Strom in die Erde ab. Ein Baustromverteiler darf nicht ohne die vorgeschriebenen Schutzeinrichtungen betrieben werden.

Stromverteiler werden mit unterschiedlichen FI-Schutzschaltern angeboten, die in Typenklassen eingeteilt sind. FI/RCD Typ A steht für pulsstromsensitive Fehlerstromschutzschalter, die kaum noch in Verwendung sind. FI/RCD Typ B und B+ bezeichnet allstromsensitive Fehlerstromschutzschalter, die alle Fehlerströme erfassen.

Drehstrom-Steckdosen bis einschließlich 63A müssen generell mit dem Typ B oder B+ geschützt werden. Ebenso müssen frequenzgesteuerte Betriebsmittel wie Baukräne, Bauaufzüge, Pumpen, Rüttelmaschinen und Kompressoren über einen allstromsensitive FI-Schutzschalter des Typs B/B+ abgesichert werden.

Abbildung: Erdungsleitung

Gut zu wissen: Baustromverteiler gibt es auch aus zweiter Hand. Anders als bei einem gebrauchten Baustromkasten können Sie bei einem neuen Gerät sicher sein, dass alle relevanten Normen eingehalten werden.


Welcher IP-Schutzart ist bei Baustromverteilern relevant?

Baustromverteiler sind für den rauen Betrieb geeignet und müssen nach DIN VDE 0660-501 grundsätzlich in der Schutzart IP 43 ausgeführt sein. Sie müssen darüber hinaus mindestens der am jeweiligen Einsatzort geforderten Schutzart entsprechen. Diese wird mit dem Buchstabenkürzel IP und einer nachfolgenden Kennziffer angegeben, beispielsweise IP44. Die IP-Schutzart beschreibt die Eigenschaften eines Baustromkastens etwa gegenüber Feuchtigkeit und Schmutz.

Berücksichtigen Sie bei der Produktauswahl auch die Umgebungsbedingungen an der Einsatzstelle. So kann es beispielsweise empfehlenswert sein, ein Modell mit bestimmten Abmessungen, besonderem mechanischem Schutz oder chemisch beständigem Gehäusematerial zu verwenden.


Warum muss ein Baustromverteiler geerdet werden?

Zum Schutz von Personen und elektrischen Geräten benötigen Sie eine Erdung für Ihren Stromverteiler. Er dient als Potenzialausgleich und verhindert gefährlich hohe Berührungsspannungen sowie Fehlerströme, die im Falle von Kurzschluss auftreten können.

Für die Erdung werden üblicherweise Kreuzstaberder verwendet. Der aus Metall bestehende Kreuzstaberder wird ins Erdreich gerammt und über eine Erdungsleitung mit dem Erdungsanschluss im Verteilerkasten verbunden.

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