Wissenswertes zu Baustromverteiler

Baustromverteiler sind spezielle Stromverteiler für den Einsatz auf Baustellen. Sie bieten Schutzkontakt- und Drehstromanschlüsse mit 230 V beziehungsweise 400 V. Gespeist werden Baustromverteiler über Spezialanschlüsse direkt vom Energieversorger, da auf den meisten Baustellen noch nicht auf eine vorhandene Elektroinstallation für die Stromversorgung zurückgegriffen werden kann. Für die Erdung werden Kreuzstaberder verwendet. An Baustromverteiler angeschlossen werden in der Regel Baumaschinen oder weitere Unterverteiler.

Was unterscheidet Baustromverteiler von normalen Stromverteilern?

Baustromverteiler werden auf Baustellen verwendet. Im Gegensatz zu normalen Steckdosenverteilern, die in eine vorhandene Steckdose mit 230 V Netzspannung eingesteckt werden, gibt es zum Beispiel beim Neubau eines Hauses noch kein fertiges Stromnetz, an das der Verteiler für den Baustrom angesteckt werden kann. Deswegen ist für die elektrische Versorgung einer Baustelle ein Spezialanschluss durch den örtlichen Netzbetreiber notwendig. Der Strom aus diesem Anschluss wird durch den Baustrom-Verteiler unterverteilt. Für die Abrechnung der verbrauchten Strommenge ist in vielen Baustromkasten ein Platz zur Installation eines externen Stromzählers vorgesehen.

Ein weiterer Grund für den Einsatz von Baustromverteilern ist die Arbeit mit Drehstrom. Das ist Starkstrom mit 400 V Spannung, der für viele Baumaschinen mit Elektro-Motoren wie beispielsweise Betonmischer benötigt wird. Mit der herkömmlichen Netzspannung von 230 V, die in einem Endverbraucherhaushalt anliegt, könnten diese Baumaschinen nicht betrieben werden.

Die Drehstrom-Geräte auf Baustellen müssen an die rote CEE-Starkstrom-Kupplung eines Baustromverteilers angeschlossen werden, um mit ausreichend Strom und Spannung versorgt zu werden. Aus Sicherheitsgründen ist auf Baustellen bei Starkstromverteilern die Erdung mit einem Kreuz-Stab-Erder unerlässlich. Zusätzlich haben Baustromverteiler FI-Schalter und andere Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen integriert.

Was ist der Unterschied zwischen Schutz-Kontakt und Starkstrom-Steckverbindern (CEE-Steckern)?

Abbildung: blaue Schutzkontakt-Kupplung, dreipolig, druckwasserdicht

Bei Baustromverteilern sind Schuko-Kupplungen blau ausgeführt, um sie von den roten Drehstrom-Kupplungen unterscheiden zu können.

Der Schutzkontakt-Stecker ist dreipolig. Die zugehörige Schuko-Kupplung liefert 230 Volt. Dreipolige Schutzkontaktstecker haben einen Außenleiter, einen Neutralleiter und eine Erdungsleitung als Schutzkontakt. Beim Einstecken eines Gerätesteckers mit Schutzkontakt in eine ebenfalls dreipolige Steckdose, verbindet sich der Schutzkontakt mechanisch mit der Erdungsleitung an der Steckdose.

Unser Praxistipp:

Das Schuko-System ist in deutschen Haushalten nahezu überall installiert, da es auch für Laien bedienungssicher ist. Dementsprechend haben die meisten elektronischen Geräte einen Schutzkontaktstecker und sind für die Netzspannung von 230 V ausgelegt. Steckdosenverteiler mit Schutzkontaktsteckdosen für 230 V Netzspannung finden Sie hier.

Der Starkstrom-/ Drehstrom-Stecker ist fünfpolig. Die zugehörige rote CEE-Steckdose liefert 400 Volt. Das fünfpolige Stecksystem weist drei Außenleiter, einen Neutralleiter und einen Schutzleiter für die Erdung auf. Auch was die sonstigen Sicherheitsanforderungen angeht, sind Starkstrom-Verteiler besser ausgerüstet als haushaltsübliche Steckdosenverteiler. Schließlich birgt die höhere Spannung eine erhebliche Unfallgefahr. Der Einsatz dieser Stromverteiler auf Baustellen erfolgt häufig unter erschwerten Bedingungen, beispielsweise mit vermehrter Staubentwicklung oder bei Nässe im Außenbereich. Mit 400 V werden zum Beispiel Elektromotoren betrieben. Bei den Baumaschinen haben beispielsweise Mischer, Pressen und Kompressoren einen Starkstrom-Anschlussstecker.

Abbildung: rote Drehstrom-CEE-Kupplung, fünfpolig

Welche Baustromverteiler gibt es?

In unserem Shop finden Sie Baustromkasten, Baustrom-Verteiler und entsprechendes Zubehör für die Erdung.

Verteilerschrank

Beim Verteilerschrank handelt es sich um einen Baustromkasten für die Verteilung von Strom auf einer Baustelle. Je nach Modell sind Endgeräte-Steckdosen mit 230 V und 400 V Nennspannung integriert sowie eine Unterverteilung auf weitere Baustromverteiler möglich. Manche Verteilerschränke haben eine Anschlussstelle für die Stromspeisung direkt aus dem Netz des Energieversorgers sowie Platz für den Einsatz eines externen Stromzählers.

Anschlussschrank

Anschlussschränke sind Baustrom-Kästen mit Vorrichtung für den Einsatz eines Stromzählers, an die Geräte mit Schuko- und Drehstrom-Steckern sowie weitere Baustromunterverteiler angesteckt werden können. Sie fungieren auch als Zählerschrank.

CEE Stromverteiler / CEE-Hängeverteiler

Das CEE-System klassifiziert verschiedene Steckerarten. Durchgesetzt hat sich die CEE-Bezeichnung in der Praxis allerdings nur für Drehstrom-Kupplungen. CEE-Verteiler sind Unterverteiler für Baustrom, je nach Modell mit einer unterschiedlichen Anzahl an blauen Schuko- und roten Drehstrom-Anschlüssen.

Gruppenverteilerschrank

Gruppenverteiler-Schränke sind nur für die Unterverteilung an weitere Baustrom-Verteiler geeignet. Sie selbst haben keine Steckplätze für Endgeräte. Der Vorteil des Einsatzes von Gruppenverteilerschränken ist, dass sie unterschiedliche Stromkreise für verschiedene Baustellenabschnitte getrennt absichern.

Baustromverteiler

Baustromverteiler sind Unterverteilungen für Baustrom. Sie bieten sowohl Schutzkontakt- als auch Drehstrom-Steckplätze.

Zubehör für die Erdung

Da Baustrom-Verteiler gesondert abgesichert werden müssen, ist ihre Erdung unerlässlich.

Kreuz-Staberder

Kreuzstaberder werden mit dem Schutzleiter von dreipoligen oder fünfpoligen elektrischen Leitungen verbunden und in die Erde gerammt. Durch sie erfolgt auf einer Baustelle die Ableitung von Fehlerströmen, die sogenannte Erdung.

Erdungsleitung

Die Erdungsleitung schafft die Verbindung zwischen dem Schutzleiter der Kabel und dem Kreuzstab-Erder, welcher häufig nicht direkt an Ort und Stelle eingerammt wird. Zur Sicherung der Verbindung sollte zwischen Erdungsleitung und Kreuzstaberder eine Anschlussklemme für Kreuzstaberder verwendet werden.

Was gibt es bei der Auswahl von Baustromverteilern zu beachten?

Hinweis: Vor der Auswahl eines geeigneten Baustromverteilers sollten Sie Rücksprache mit einem Service-Elektriker Ihres örtlichen Energieversorgers halten, um sich über die Sie betreffenden Normen und Vorschriften zu informieren. Beispielsweise dürfen in vielen Bereichen nur Baustrom-Verteiler verwendet werden, die nach VDE-Norm geprüft und zugelassen sind.

Wenn Sie eine Stromverteilung für eine Baustelle planen, sollten Sie bei der Auswahl von Verteilern und Unterverteilen immer auf die Einhaltung des zulässigen Nenn-Eingangsstroms achten.

Stromverteiler haben jeweils als Zuleitung einen elektrischen Eingang und ein oder mehrere Ausgänge für den Anschluss von Unterverteilern oder als Stecker-Kupplung für die Anschlusskabel von Geräten. Am Ausgang der Verteiler und Unterverteiler benötigen Sie je nach Geräte-Anzahl und Art der Stecker, die Sie anschließen wollen, eine ausreichende Anzahl an Schutzkontakt-Steckdosen mit 230 V oder CEE-Kupplungen mit 400 V. Bei vielen Baustromverteilern sind Anschlüsse für beide Steckertypen vorhanden. Auch der Anschluss von Geräten über Schraubklemmen ist manchmal möglich.

Zur Sicherung des Baustromkastens gegen unbefugten Zugriff sind viele Stark-Stromverteiler abschließbar.

Tipp: Auf jeder Baustelle benötigen Sie mindestens einen Verteiler mit Baustromzähler, um die Abrechnung Ihres Stromverbrauchs beim örtlichen Versorger durchführen zu können. Wollen Sie über die zentrale Abrechnung hinaus wissen, wie viel Stromverbrauch welchem Baustellenabschnitt zuzuordnen ist, können Sie neben dem externen Stromzähler am ersten Anschlusskasten weitere Stromzähler in den Unterverteilern installieren. Stromzähler gibt es hier zu kaufen.

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