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Wissenswertes zu Betriebssysteme für Entwicklungskits

Für die erweiterbaren Entwicklungskits steht eine nahezu unüberschaubare Anzahl an Betriebssystemen zur Auswahl. Alleine für die beliebte Raspberry-Pi-Plattform gibt es bereits deutlich mehr als 40 verschiedene Varianten. In diesem Ratgeber möchten wir Ihnen eine kleine Auswahl gebräuchlicher Betriebssysteme vorstellen.

Betriebssysteme für Entwicklungskits im Überblick

Raspbian ist das Standardbetriebssystem für den Raspberry Pi und basiert auf einem angepassten Debian Linux. Die Software ist weit verbreitet und bietet eine sehr gute Hardwareunterstützung. Das System arbeitet mit einer übersichtlichen GUI, die speziell Einsteigern den Zugang erleichtert. Zudem kann das Betriebssystem auf eine umfangreiche Software-Bibliothek mit über 30.000 Anwendungen und Entwicklungstools zurückgreifen. Raspbian ist Open-Source-Software und kann kostenfrei im Internet heruntergeladen werden.

Ebenfalls kostenlos verfügbar ist das bei Entwicklern beliebte Arch Linux. Wie der Name schon andeutet, handelt es sich dabei ebenfalls um eine Linux-Distribution. Arch Linux richtet sich allerdings in erster Linie an erfahrene Anwender. Das System bietet keine grafische Benutzeroberfläche und auch kein Konfigurationsmenü. Die komplette Konfiguration muss daher händisch erfolgen. Das hat immerhin den Vorteil, dass das schlanke Betriebssystem je nach Projekt individuell auf den Prozessor und die restliche Hardware angepasst werden kann, was wiederum dabei hilft, Ressourcen zu sparen.

Auf Linux basiert außerdem Ubuntu Mate. Das System ist weit verbreitet und besonders anwenderfreundlich gehalten. Durch die grafische Benutzeroberfläche ist es auch für Anfänger geeignet. Eine Auswahl nützlicher Anwendungen wie Firefox, LibreOffice und Thunderbird ist zudem bereits vorinstalliert. Die Software läuft stabil und schnell und ist eine gute Wahl, wenn eine gewohnte Desktop-Umgebung auch auf dem Entwicklungskit gewünscht ist.

Ein beliebter Einsatzzweck des Raspberry Pi ist die Verwendung als kompaktes und gleichzeitig stromsparendes Media Center, das als Schnittstelle zur Ihrem TV oder Ihrer Stereoanlage dient. Um auch auf großen Bildschirmen eine komfortable Nutzung zu gewährleisten, bietet sich ein Betriebssystem mit einer speziellen Oberfläche an. Als Beispiel wäre etwa OpenELEC zu nennen. Auch hier dient Linux als Unterbau, im Vordergrund steht aber die Media-Center-Funktionalität, die auf der bekannten Software Kodi aufbaut. Das System überzeugt mit einer guten Performance und kann durch verschiedene Plug-ins erweitert werden.

Windows 10 IoT Core nutzt die Windows-Embedded-Umgebung und kann ebenfalls kostenlos aus dem Internet bezogen werden. Es handelt sich allerdings nicht um ein vom PC gewohntes Windows mit der vielen Nutzern bekannten Oberfläche. Windows 10 IoT Core richtet sich primär an versierte User und Entwickler, die sich von der schwierigen manuellen Einrichtung nicht abschrecken lassen. Programmieren lässt sich nicht direkt auf dem Entwicklungskit, sondern nur an einem Host-Rechner, der über das Netzwerk mit dem Kit verbunden sein muss. Die Entwicklung neuer Projekte erfordert zusätzlich die aktuelle Version von Visual Studio und den entsprechenden SDKs.

Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl weiterer Betriebssysteme für Entwicklungskits: So hat FreeBSD beispielsweise seine Stärken im Bereich der Netzwerkfunktionalität, während PiNet speziell für den Bildungsbereich vorgesehen ist. Sie merken: Es gibt für fast jeden Verwendungszweck das passende System. Die mit Modulen erweiterbaren Entwicklungskits sind gerade durch diese große Auswahl an Software vielfältig nutzbar.

Die meisten Betriebssysteme für Entwicklungskits sind kostenfrei erhältlich. Es bietet sich daher an, ruhig verschiedene Anwendungen zu testen, um die für Sie passende Software zu finden. Bei der Entwicklung professioneller Projekte empfiehlt sich der Einsatz von individuell konfigurierbaren Systemen wie Arch Linux, während Einsteiger eher auf eine zugängliche, grafische Oberfläche Wert legen sollten.

Unser Praxistipp: NOOBS für Einsteiger 

Bei NOOBS (New Out Of The Box Software) handelt es sich um kein Betriebssystem, sondern um einen Installationsassistenten, mit dessen Hilfe verschiedene Betriebssysteme kinderleicht installiert werden können. Dazu muss NOOBS lediglich auf eine SD-Karte kopiert werden. Beim nächsten Bootvorgang wird ein übersichtlicher Assistent von der eingelegten SD-Karte geladen. Hier können Sie nun das gewünschte Betriebssystem, das installiert werden soll, aus einer Liste auswählen. NOOBS ist speziell für Einsteiger sehr gut geeignet, die sich nicht lange mit der Installation eines Betriebssystems aufhalten wollen.

FAQ – häufig gestellte Fragen zu Betriebssystemen für Entwicklungskits

Kann ich die vorgestellten Betriebssysteme auch auf einem Arduino-Kit installieren?

Arduino-Entwicklungskits besitzen im Gegensatz zum Raspberry Pi einen Mikrocontroller und keinen SoC. Ein Betriebssystem kann daher auf einem Arduino-Board nicht installiert werden. Um eine Programmierung durchführen zu können, ist ein System mit Mikrocontroller immer auf einen zusätzlichen Rechner angewiesen, auf dem die IDE installiert ist.

Welche SD-Karte soll ich kaufen?

Je nach verwendetem Betriebssystem sollte die Kapazität, je nach System und zu installierenden Applikationen, zwischen 2 und 32 Gigabyte betragen. Die Leistungsklasse sollte nicht unterhalb von Class 10 liegen.

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