Ratgeber

Druckluft-Schlagschrauber » Wichtiges Hilfsmittel in jeder Werkstatt

Festsitzende Schrauben lassen sich, wenn überhaupt, nur mit erheblicher Kraftaufwendung lösen. Mit dem massiven Drehmoment eines Druckluft-Schlagschraubers gelingt ein solches Unterfangen leicht. Lesen Sie in unserem Ratgeber, welche Vor- und Nachteile ein Druckluft-Schrauber bietet und was Sie beim Kauf berücksichtigen sollten.



Was ist ein Druckluft-Schlagschrauber und wozu wird er eingesetzt?

Druckluft-Schlagschrauber sind die perfekten Hilfsmittel bei schwer lösbaren Schraubverbindungen. Die pneumatischen Geräte erzeugen eine hohe Kraft, die durch ein integriertes Schlagwerk verstärkt wird. Ein Druckluftschrauber arbeitet ausschließlich mit Druckluft, die durch einen Kompressor bereitgestellt wird. Ein zusätzlicher Motor ist nicht erforderlich. Ein typisches Einsatzgebiet von Druckluft-Schlagschraubern ist das Wechseln von Rädern bei Kraftfahrzeugen. Jeder, der schon einmal einen Satz Räder selbst gewechselt hat, weiß, wie lange das dauern kann und welche Kraft unter Umständen dazu nötig ist. In einer Kfz-Werkstatt muss es schnell gehen, damit möglichst viele Kunden an einem Tag bedient werden können. Ein schneller und dennoch sicherer Radwechsel ist mit einem Druckluft-Schlagschrauber möglich. Es ist nur ein Bruchteil der Zeit nötig, die ein Räderwechsel mit normalem Werkzeug beanspruchen würde. Auch in der Industrie werden die Schrauber genutzt, um Schraubverbindungen zu lösen oder um Schrauben mit einem hohen Drehmoment anzuziehen.


Welche weiteren praktischen Hilfsmittel zum saisonalen Radwechsel sonst noch benötigt werden, haben wir in unserem Ratgeber zum Thema Reifenwechsel zusammengefasst. Selbstverständlich verraten wir Ihnen auch ganz genau, wie man am besten dabei vorgeht.



Was ist der Unterschied zwischen Pneumatik und Hydraulik?

Pneumatische Systeme arbeiten mit Gasen wie Pressluft, wohingegen in der Hydraulik Flüssigkeiten zum Einsatz kommen. Flüssigkeiten sind inkompressibel, sie können also nicht zusammengedrückt werden. Deshalb lassen sich auch große Kräfte mit hoher Präzision umsetzen. Selbst bei sehr hohen Drücken besteht nicht die Gefahr einer Explosion, da das Medium keine Energie speichert. Als Flüssigkeiten werden meist spezielle und teure Hydrauliköle genutzt, da Wasser zu Korrosion der Komponenten führen kann. Zudem kann ein Leck in der Leitung eine Verschmutzung zur Folge haben, so dass ein Einsatz in sensiblen Bereichen wie der Lebensmittelindustrie weniger empfehlenswert ist. Die verwendete Flüssigkeit weist einen gewissen Reibungswiderstand auf, darum lassen sich mit einem Hydrauliksystem keine schnellen Bewegungen ausführen.

Luft gibt es dagegen überall. Ein spezielles Medium, das zusätzliche Kosten verursacht, ist nicht vonnöten. Dazu kommt, dass Gase kompressibel sind, was es ermöglicht, Druckluft in einem entsprechenden Behälter zu speichern. Allerdings lässt die Kompressionsfähigkeit auch keine sehr genauen Bewegungen zu. Dafür können durch die hohe Strömungsgeschwindigkeit besonders reaktionsschnelle Systeme umgesetzt werden. Ein Leck in einer Pneumatik-Leitung zieht zudem keine Verschmutzungen nach sich, ein Einsatz ist daher auch in der Lebensmittel- oder Pharmaindustrie bedenkenlos möglich. Bei sehr hohen Drücken besteht aufgrund der Kompression allerdings die Gefahr einer Explosion. Darüber hinaus kommt es durch Erwärmung der Luft zu hohen energetischen Verlusten.



Funktionsweise von Druckluft-Schlagschraubern

Ein Druckluft-Schlagschrauber wird, wie der Name schon sagt, mit Druckluft angetrieben, die über einen Schlauch zugeführt wird. Ein durch Federkraft geschlossenes Ventil, das im Griffstück angebracht ist, kann per Bedienhebel geöffnet werden. Die einströmende Druckluft treibt dann den Motor des Schlagschraubers an. Der Druckluftmotor funktioniert wie ein Windrad, nur eben deutlich effektiver. Durch verschiedene Luftkanäle kann die Luft so geleitet werden, dass die Drehrichtung des Druckluftmotors umschaltbar ist. Dadurch können Schrauben und Muttern gelöst oder auch angezogen werden. 

Der Druckluftmotor treibt das Schlagwerk an. Das Schlagwerk ist so konstruiert, dass es die Drehenergie des Motors über eine Hammerschlagmechanik auf das aufgesetzte Werkzeug überträgt. Da keine feste mechanische Verbindung zwischen dem Druckluftmotor und dem aufgesetzten Werkzeug besteht, kann der drehende Druckluftmotor eine sehr hohe Schlagenergie auf das stehende Werkzeug übertragen. Dadurch entsteht das für Kfz-Werkstätten typische Knattern bei der Radmontage.

  



Vor- und Nachteile von Druckluft-Schlagschraubern

Druckluft-Schlagschrauber bieten eine Reihe von Vorteilen: Da die Werkzeuge ausschließlich mit Luft betrieben werden, ist ein Motor überflüssig. Daraus resultieren eine hohe Robustheit und ein geringer Verschleiß. Selbst im Dauereinsatz laufen Druckluft-Schlagschrauber nicht heiß. Darüber hinaus sind die Werkzeuge unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit und können problemlos in explosionsgefährdeten Bereichen verwendet werden. Der technisch simple Aufbau der Schrauber hat zudem ein niedriges Gewicht und meist handlichere Abmessungen zur Folge.

Es sind allerdings auch verschiedene Nachteile zu berücksichtigen: Die Erzeugung von Druckluft zählt zu den teuersten Energieformen, die es gibt. Druckluft-Schlagschrauber benötigen relativ dicke Schläuche für die Luftzufuhr, die die Bewegungsfreiheit einschränken. Die Toleranz beim eingestellten Drehmoment ist bei einem Druckluft-Schlagschrauber deutlich höher als bei einem elektrisch betriebenen Modell. Die Mechanik im Inneren des Schraubers muss geschmiert werden. Dazu wird der Luft gewöhnlich Öl beigemischt, das vom Gerät als Aerosol in die Umgebung abgegeben wird und vom Anwender eingeatmet werden kann. Einige Druckluft-Tools weisen zudem einen hohen Luftbedarf auf und benötigen teure Kompressoren mit einer entsprechenden Abgabeleistung.



Worauf sollte ich achten, wenn ich einen Druckluft-Schlagschrauber kaufe?

Beim Kauf eines Druckluft-Schlagschraubers ist das maximal einstellbare Drehmoment eine der Hauptkenngrößen für die Leistung. In unserem Sortiment finden Sie Modelle, bei denen das Drehmoment zwischen 310 und max. 2.712 Nm liegt. Weitere wichtigere Kriterien sind die Leerlaufdrehzahl und die maximale Drehzahl. Gängig ist eine Drehzahl von 4.500 bis 10.000 U/min.

Druckluft-Schlagschrauber sind zudem mit verschiedenen Anschlüssen erhältlich, üblich sind 12,5, 6,3 und 10 Millimeter beziehungsweise 1/2, 1/4 und 3/8 Zoll. Wenn das Werkzeug an schwer zugänglichen Stellen eingesetzt werden soll, kann ein Winkelschlagschrauber oder Mini-Schlagschrauber eine gute Wahl sein. Viele Hersteller bieten Druckluft-Schlagschrauber-Sets, die neben dem Gerät weiteres Zubehör enthalten, zu einem günstigen Preis an.



Unser Praxistipp: Vorsicht bei der Auswahl der Stecknüsse!

Wenn Sie mit einem Druckluft-Schlagschrauber arbeiten, sollten Sie unbedingt die passenden Stecknüsse verwenden. Normale Stecknüsse halten den hohen Belastungen, die durch die harten Schläge des Schlagschraubers entstehen, nicht stand. Das Material für Schlagschrauber-Stecknüsse muss besonders robust, zäh und hart sein.



FAQ – häufig gestellte Fragen zu Druckluft-Schlagschraubern

Wie hoch muss der zur Verfügung stehende Luftdruck bei einem Druckluft-Schlagschrauber sein?

Gewöhnlich muss der Druck wenigstens 6 bar betragen. Der Luftverbrauch eines Druckluft-Schlagschraubers liegt dann zwischen 150 und 300 Litern pro Minute.

Benötige ich ein spezielles Öl für den Betrieb eines Druckluft-Schlagschraubers?

Ja. Konventionelle Öle sind für den Betrieb eines Druckluft-Schlagbohrers nicht geeignet. Stattdessen benötigen Sie spezielle Öle für pneumatische Systeme und Werkzeuge, die eine niedrige Viskosität aufweisen. 

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