Alles im Blick mit kabelgebundenen Überwachungskameras

Kabelgebundene Überwachungskameras sind zwar nicht ganz so flexibel einsetzbar wie kabellose Ausführungen, bieten aber mehr Sicherheit vor digitalen Angriffen. Sie leiten Signale zuverlässig und schnell weiter und arbeiten weitgehend störungsfrei. Welche Arten von kabelgebundenen Kameras es gibt und worauf es beim Kauf zu achten gilt, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Was sind kabelgebundene Überwachungskameras?

Überwachungskameras sind das Herzstück einer jeden Videoüberwachungsanlage. Es handelt sich um Foto- oder Videokameras, die zur permanenten oder zeitlich begrenzten Überwachung bestimmter Areale oder Objekte zum Einsatz kommen. Der Zweck von Überwachungskameras besteht darin, die Sicherheit im öffentlichen Raum zu erhöhen, unerlaubte Handlungen aufzeichnen und später als Beweismittel verwenden zu können oder auch potenzielle Einbrecher abzuschrecken.

Bei kabelgebundenen Überwachungskameras werden die Signale nicht über Funk, sondern via Kabel an die zentrale Station des Videoüberwachungssystems übermittelt. Die aufgenommenen Videos und Bilder können im Live Stream auf einem Monitor wiedergegeben oder gespeichert werden, um sie zu einem späteren Zeitpunkt ansehen zu können. Zwar entsteht bei der Verlegung eines Kabels mehr Aufwand, die Mühe lohnt sich jedoch gemessen daran, dass kabelgebundene Kameras per se keinen Funkstörungen ausgesetzt sind. Sie zeichnen permanent auf und eignen sich insbesondere für die langfristige Überwachung sehr gut. Zwar wird häufig argumentiert, dass WLAN-Kameras eine höhere Reichweite erzielen, das ist aber gar nicht immer der Fall. Die Reichweiten von WLAN-Kameras sind begrenzt. Häufig können die Signale nicht durch mehr als zwei Massivwände hindurch transferiert werden. Zudem wird die Geschwindigkeit der WLAN-Verbindung mitunter erheblich beeinträchtigt. Das ist dann relevant, wenn man das WLAN nebenher auch noch zum Streamen und dergleichen nutzen möchte.

Zur Übermittlung der Signale sind kabelgebundene Überwachungskameras oft mit Koax-Kabeln ausgestattet. Sie können Daten mehr als 100 Meter weit übertragen. Zwei-Draht-Übertragungen mit paarig-verseilten Kabeln ermöglichen eine Reichweite von über einem Kilometer. Lichtwellenleiter (LWL) sind sogar dazu imstande, Informationen über mehrere Kilometer lange Strecken zu transferieren.

Bauformen von kabelgebundenen Überwachungskameras

Überwachungskameras sind in verschiedenen Bauformen erhältlich. Sie zeichnen sich durch individuelle Vor- und Nachteile aus und eignen sich für unterschiedliche Anwendungsbereiche.

Dome-Kameras sind zwar häufig als drahtlose WLAN-Kameras konstruiert, werden aber auch mit Daten- und Stromkabel angeboten. Es handelt sich um Überwachungskameras, die sich in einem halbkugelförmigen Gehäuse mit einer Kuppel aus Kunststoff befinden. Die Kuppel ist in der Regel getönt, was den Vorteil bietet, dass die Ausrichtung der Kamera schwer einsehbar ist. Aufgrund ihrer Bauform werden Dome-Kameras idealerweise an der Decke angebracht. Sie sind je nach Ausführung für die Videoüberwachung im Innen- oder Außenbereich geeignet. Da Dome-Kameras recht kompakt sind, lassen sie sich platzsparend und daher einigermaßen unauffällig positionieren. Sie werden häufig an öffentlichen Plätzen, in Verkehrsmitteln und grundsätzlich in Risikobereichen eingesetzt. Grund dafür ist, dass Dome-Kameras meist besser vor Vandalismus geschützt sind als andere Kameras und darüber hinaus einen sehr großen Sichtbereich abdecken können, insbesondere, wenn sich die Kamera hinter der Kuppel schwenken und neigen lässt. Das ist der Fall, wenn es sich um sogenannte PTZ-Kameras handelt. PTZ-Kameras (PTZ = Pan Tilt Zoom) sind mit einem beweglichen Objektiv ausgestattet, das in alle Richtungen schwenkbar ist und somit einen 360°-Bereich abdecken kann. Da sich die Kameras immer wieder neu ausrichten lassen, sind sie flexibler einsetzbar als fixe Ausführungen. PTZ-Kameras sind meistens in der Dome-Bauart, aber auch als Bullet-Kameras (mit motorisiertem Schwenkarm) ausgeführt.

Bullet-Kameras tragen ihren Namen nicht ohne Grund. Das englische Wort bullet heißt auf Deutsch Gewehrkugel und ist bezeichnend für die charakteristische Bauform der Kameras. Sie sind mit einer Halterung ausgestattet, mit deren Hilfe sie an die Wand oder Decke montiert werden können. Bullet-Kameras sind gut sichtbar, was den Vorteil hat, dass sie abschreckend auf potenzielle Einbrecher wirken können. Es gibt aber auch Mini-Kameras, die aufgrund ihrer kleineren Abmessungen weniger schnell ins Auge fallen.

Box-Kameras sind Bullet-Kameras ähnlich, jedoch eher kastenförmig konstruiert. Außerdem ist ihr Objektiv außerhalb des Gehäuses angebracht, wohingegen die Objektive bei Bullet-Kameras durch das Gehäuse geschützt sind. Der Vorteil von Box-Kameras besteht darin, dass das Objektiv jederzeit ausgetauscht werden kann. Bei Bullet-Kameras ist das nicht ohne Weiteres möglich, da das Objektiv im Gehäuse verbaut und daher schwer zugänglich ist.

Überwachungskameras mit Kabel für den Außenbereich

Kabelgebundene Überwachungskameras werden als Indoor- und Outdoor-Überwachungskameras angeboten. Bei der Verwendung im Außenbereich sind Kamera und Kabel äußeren Einflüssen wie Schnee, Regen, Kälte und Hitze ausgesetzt, daher gilt es, auf einen ausreichenden Schutz beider Komponenten zu achten. Indoor-Ausführungen sind dafür in der Regel nicht ausgelegt. Hier besteht die Gefahr, dass die Kameralinse beschlägt oder Feuchtigkeit ins Innere eindringt und die Elektronik beschädigt.

Outdoor-Überwachungskameras sollten mindestens mit der Schutzart IP65, besser noch IP66 ausgewiesen sein. Die Kennzeichnung IP65 gibt an, dass die Outdoor-Kamera staubdicht und gegen starkes Strahlwasser geschützt ist. Ausführungen der Schutzart IP66 sind sogar gegen zeitweiliges Untertauchen geschützt. Überwachungskameras, die außen angebracht werden, verfügen oft über ein Gehäuse aus rostfreiem Aluminium oder Stahl und sind mit Spezialdichtungen ausgestattet. 

Ein Schwachpunkt kabelgebundener Outdoor-Überwachungskameras ist die Ein- beziehungsweise Austrittsstelle des Kabels, da hier immer noch Staub und Wasser eindringen können. Aus diesem Grund sollte die Kabelführung am besten innenliegend erfolgen, beispielsweise innerhalb eines Sockels, wo es mit dem Zuleitungskabel verbunden wird. Kabel für Outdoor-Videoüberwachungsanlagen sollten außerdem vor UV-Licht und vor Überspannungen geschützt sein. In diesem Zusammenhang ist eine Blitzschutzeinrichtung empfehlenswert.

Zur Einbindung ins Netzwerk: Kabelgebundene IP-Kameras

Der Vorteil von IP-Kameras (auch Netzwerkkameras genannt) besteht darin, dass sie sich in ein bestehendes Computernetzwerk beziehungsweise ins Smart Home integrieren lassen. Sie bieten die Möglichkeit, aufgenommene Bilder und Videos auf dem PC, Smartphone oder Tablet ansehen zu können und sind oftmals via App steuerbar. Manche IP-Überwachungskameras bieten darüber hinaus eine Alarm-Funktion und senden eine Push-Nachricht, sobald eine Bewegungserkennung im Innen- oder Außenbereich erfolgt. Oftmals sind IP-Kameras Teil komplexer Alarmanlagen und -systeme. 

Zwar sind IP-Kameras (IP = Internet Protocol) häufig als WLAN-Überwachungskameras ausgeführt, sie sind aber auch in kabelgebundener Ausführung erhältlich. Hierbei werden sie mithilfe eines Ethernet- bzw. LAN-Kabels mit dem Router verbunden. Um die Stromversorgung sicherzustellen, ist bei PoE-IP-Kameras noch nicht einmal ein zusätzliches Stromkabel erforderlich. Sie ziehen den Betriebsstrom einfach über das Netzwerkkabel (PoE = Power over Ethernet). 

Um eine IP-Kamera anzuschließen, verbindet man sie (gegebenenfalls) mit einer Stromquelle und anschließend via LAN-Kabel mit dem Netzwerkrouter. Nach Eingabe der IP-Adresse wird die IP-Kamera eingerichtet, dazu liegt meist eine passende Software vom Hersteller anbei. Im Anschluss kann man die IP-Kamera bequem am PC konfigurieren. Aufgenommene Videos und Bilder können meist auf einer microSD-Karte, einem FTP-Server oder einem Cloud-Speicher gesichert werden.

Kaufkriterien für kabelgebundene Überwachungskameras – worauf kommt es an?

Beim Kauf einer kabelgebundenen Überwachungskamera gilt es zunächst zu überlegen, welche Art von Videoüberwachungssystem für Ihre Zwecke am besten geeignet ist. Wenn Sie nach einer digitalen Überwachungskamera suchen, die sich ins Netzwerk integrieren lässt, sollten Sie sich für eine IP-Kamera entscheiden. Präferieren Sie ein Überwachungssystem mit Anbindung an einen digitalen Videorekorder (kurz: DVR), entscheiden Sie sich für eine passende analoge Kamera.

Ein relevantes Kriterium bei der Auswahl einer Überwachungskamera ist ihre Auflösung. SD-Ausführungen (SD = Standard Definition) beispielsweise erkennen einfache Objekte und Bewegungen, aber keine Details. HD-Kameras hingegen (HD = High Definition) erkennen auch Feinheiten und erzeugen selbst beim Zoomen scharfe Bilder. Full-HD-Kameras nehmen sehr scharfe und klare Videos auf und sind mittlerweile Standard. Sie sind die richtige Wahl, wenn der Überwachungsbereich etwas weiter entfernt liegt. Zu beachten ist: Je besser die Auflösung, desto größer die Videodateien. Aufzeichnungen in Full HD nehmen einiges an Speicherkapazität in Anspruch, das gilt es zu berücksichtigen, wenn die Daten via Cloud-Speicherung oder auf der Festplatte gesichert werden sollen. Zu bedenken ist außerdem, dass Geräte mit hoher Auflösung meist auch teurer sind. Wichtig ist, dass die Auflösung dem Einsatzzweck entspricht.

Die Brennweite des Kameraobjektivs muss ebenfalls beachtet werden. Eine kurze Brennweite geht mit einem breiten Blickwinkel einher. Der Bildausschnitt wird größer und die aufgezeichneten Objekte erscheinen kleiner. Kameras mit kurzer Brennweite sind die richtige Wahl, um große Areale zu überwachen. Umgekehrt gilt: Soll der Bildausschnitt klein sein, muss die Brennweite groß ausfallen. Da sich der aufgenommene Bereich verengt, erscheinen die Objekte größer. Praktisch sind Überwachungskameras mit veränderlicher Brennweite, um für jeden Anwendungsfall den geeigneten Blickwinkel einstellen zu können.
Für Videoaufzeichnungen bei Nacht sind Tageslichtkameras in der Regel nicht geeignet. Hier müssen Sie auf Geräte zurückgreifen, die speziell für die Nachtsicht konzipiert sind. Um gute Aufnahmen im Dunkeln machen zu können, müssen Nachtsicht-Kameras mit Infrarot-LEDs ausgestattet sein, die den Überwachungsbereich quasi unsichtbar ausleuchten. Bei kleinen Kameras ist meist nur eine Nachtsicht in wenigen Metern Reichweite möglich, da schlichtweg der Platz fehlt, um ausreichend LEDs zu verbauen. Professionelle Nachtsicht-Kameras sind meist mit hochwertigen Infrarot-Sensoren und einem zusätzlichen Infrarot-Filter ausgestattet, der die IR-Strahlen blockiert, sobald die Lichtverhältnisse besser werden. Auf diese Weise können sie auch bei Tageslicht Bilder und Videos in natürlichen Farben aufnehmen. 

In unserem Online-Shop finden Sie von der IP-Kamera mit Full-HD-Auflösung bis zur analogen, outdoor-tauglichen Bullet-Kamera eine Vielzahl an verschiedenen Überwachungskameras, so dass für jeden Bedarf eine geeignete Ausführung gefunden wird.

Unser Praxistipp: Outdoor-Kameras unauffällig platzieren

Wer seine Außen-Kamera möglichst versteckt anbringen möchte, kann sie beispielsweise unter einer Dachschräge oder unterhalb eines hervorragenden Gegenstands verstecken. Der Sichtbereich darf dabei allerdings nicht behindert werden. Falls das nicht möglich ist, können Sie die Kamera mit Aufklebern versehen oder mit ein paar Zweigen oder Gräsern tarnen, um sie weniger auffällig zu gestalten. Alternativ bemalen Sie das Gehäuse in Tarnfarben, wie man es von Wildkameras kennt. Beachten Sie: Es gibt strenge gesetzliche Vorgaben und zahlreiche Einschränkungen für die Verwendung von Überwachungskameras, um sicherzustellen, dass die Privatsphäre und Persönlichkeitsrechte von Personen gewahrt werden. Informieren Sie sich vor der Installation einer Kamera über die geltende Gesetzgebung.

FAQ – häufig gestellte Fragen zu kabelgebundenen Überwachungskameras

Wofür steht CCTV?

Als CCTV (Closed Circuit Television) bezeichnet man ein geschlossenes System mit fest installierten Überwachungskameras. Der Begriff leitet sich aus der geschlossenen Kabelverbindung ab, die zwischen Kamera und Bildschirm besteht. CCTV-Systeme werden zunehmend von netzwerkbasierten Überwachungssystemen abgelöst.

Was muss ich bei der Installation einer Überwachungskamera im Nahbereich beachten?

Ist die Kamera für die Überwachung eines Nahbereichs vorgesehen, sollte sie keinesfalls zu hoch angebracht werden. Gesichter von Personen könnten ansonsten nur erfasst werden, wenn sie ihren Blick nach oben richten. Um die ideale Höhe für die Installation zu ermitteln, bestimmt man zunächst die Entfernung zwischen der Kamera und dem zu überwachenden Bereich (bspw. das Gartentor) und rechnet 1,5 m hinzu. Das Ergebnis entspricht der Maximalhöhe. Höher sollte die Kamera nur dann angebracht werden, wenn zu erwarten steht, dass sie Vandalismus ausgesetzt ist.

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