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Verdrahtungskanäle: Ihr aufgeräumter Schaltschrank

Verdahtungskanäle sorgen für Ordnung und Übersicht im Schaltschrank. Ohne sie würde die Flut der Kabel eine schnelle Orientierung praktisch unmöglich machen. Darüber hinaus wirken sich sauber verlegte Kabel positiv auf die Luftzirkulation im Schrank aus. Erfahren Sie in unserem Ratgeber, welche Verdrahtungskanal-Systeme es gibt und was Sie beim Kauf beachten sollten.

 


Wozu benötige ich einen Verdrahtungskanal?

In einem Schaltschrank müssen Komponenten wie Schütze, Sicherungsautomaten oder Relais mit einem oder mehreren Kabeln verbunden werden. Mit der Zahl der im Schrank montierten Bauteile steigt zwangsläufig auch die Anzahl der benötigten Leitungen.

Damit die Kabel nicht kreuz und quer im Schaltschrank liegen, ist ein geschlitzter Verdrahtungskanal ein wichtiges Hilfsmittel.
Ein Kabelkanal besteht in der Regel aus Hart-PVC, wobei Breite und Höhe variieren. Ein aufsteckbarer Deckel sorgt dafür, dass die Kabel nicht herausfallen, und verleiht der Installation im Schrank einen aufgeräumten Eindruck.
Sauber verlegte Kabel bieten mehrere Vorteile:
Ordnung im Schaltschrank verkürzt die benötigte Zeit für Wartungsarbeiten. Zusätzlich verbessert eine sauber verlegte Verkabelung die Luftzirkulation und kann dadurch zu niedrigeren Temperaturen im Schaltschrank beitragen.  


Arten von Verdrahtungskanälen

Es gibt eine große Anzahl verschiedener Verdrahtungskanäle, nachfolgend möchten wir Ihnen einige davon etwas näher vorstellen: Speziell für den Einsatz mit Leitungen, die einen größeren Querschnitt aufweisen, eignet sich ein T1 oder ein T1-F-Verdrahtungskanal. Ein solcher Kunststoff-Kanal verfügt über besonders breite Stege, die je nach Ausführung des Kanals zwischen 7,5 und 12 Millimeter messen. Die Breite der Schlitze beträgt dagegen zwischen 5 und 8 Millimeter. Ein T1-F Verdrahtungskanal verfügt zudem über eine zusätzliche Haltenase, die ein Verrutschen der Kabel verhindert. 

Ein T1-E-Verdrahtungskanal ist dagegen vor allem für die Verlegung von Leitungen mit einem geringeren Querschnitt gedacht. Die Abmessungen von Schlitzen (4 Millimeter) und Stegen (6 Millimeter) fallen entsprechend deutlich schmaler aus. T1-EF hat ebenfalls eine zusätzliche Haltenase, die ein Verrutschen der Verdrahtung verhindert. Die Breite von Schlitzen und Stegen liegt bei einem TD-Verdrahtungskanal mit 5 beziehungsweise 7,5 Millimetern genau zwischen T1 und und T1-E. Damit ist ein solcher Kanal für den allgemeinen Einsatz im Schaltschrankbau gut geeignet.


Wie kann ein Verdrahtungskanal installiert werden?

Die Montage eines Verdrahtungskanals kann auf unterschiedliche Arten realisiert werden. Häufig werden die Kanäle mit oder ohne Abstandshalter direkt auf der Montageplatte des Schaltschranks fixiert. Die Befestigung erfolgt dabei mit Spreiznieten aus Kunststoff. Für die Verarbeitung der Nieten ist ein spezielles Nietsetzwerkzeug erforderlich. Eine Verschraubung mit konventionellen Schrauben an einem Haltegestell ist ebenfalls möglich. Mit einem Adapter lässt sich der Kabelkanal aber auch problemlos auf einer DIN-Schiene montieren.


Was gibt es beim Kauf eines Verdrahtungskanals zu beachten?

Beim Kauf eines Kabelkanals sind in erster Linie die richtige Breite, Höhe und Länge entscheidend. Wählen Sie das passende Modell je nachdem, welche Kabelquerschnitte verlegt werden sollen. Ein T1-E-Kanal ist für geringere Querschnitte geeignet, während sich ein T1-Kanal für Leitungen mit größerem Durchmesser anbietet. Achten Sie darauf, dass die Bodenlochung der DIN 43659 entspricht, damit Sie bei der Befestigung auf der sicheren Seite sind. Wenn spezielle Anforderungen an den Brandschutz gestellt werden, ist es wichtig, dass der Kunststoff, aus dem der Kanal besteht, halogenfrei ist und gegebenenfalls eine Klassifizierung nach UL94 erfüllt. Entscheiden Sie sich bereits im Vorfeld, wie die Kanäle montiert werden sollen und kaufen Sie die eventuell nötigen Werkzeuge oder Adapter direkt mit. Die Qualität eines Verdrahtungskanals ist ebenfalls nicht zu unterschätzen: Ein hochwertiger Kanal ermöglicht das gratfreie Entfernen von Stegen, dazu sind die Schlitze ebenfalls frei von Graten. So kann sichergestellt werden, dass beim Verlegen der Kabel die Isolierung nicht beschädigt wird und es nicht zu Verletzungen während der Arbeiten kommt.


Unser Praxistipp: Bei vertikaler Verlegung Drahthalteklammern verwenden!

Wird ein Verdrahtungskanal vertikal angebracht, besteht die Gefahr, dass die Kabel im Inneren verrutschen. Bei lediglich einer oder zwei Leitungen mit geringem Querschnitt ist das sicher noch kein gravierendes Problem. Das ändert sich allerdings, wenn ganze Kabelbündel verlegt werden. Das Problem lässt sich mit dem Einsatz von Drahthalteklammern lösen, die die Leitungen zuverlässig an ihrem Platz halten.

 


FAQ – häufig gestellte Fragen zu Verdrahtungskanälen

 

Warum sollten Kabelkanäle halogenfrei sein?

Ein Verdrahtungskanal besteht gewöhnlich aus dem Kunststoff PVC. Wenn dieses Material verbrennt, entstehen korrosive und toxische Gase. Diese gefährden dabei nicht nur das Leben von Menschen, sondern können auch empfindliche Geräte nachhaltig schädigen. Darüber hinaus kommt es bei der Verbrennung von PVC zu einer starken Rauchentwicklung. Speziell bei einem Einsatz in einem Rechenzentrum und überall dort, wo sich in der Umgebung vermehrt Menschen aufhalten, sollten daher ausschließlich halogenfreie Kabelkanäle eingesetzt werden. Eine passende Alternative zu PVC stellen PPO, PC oder ABS dar.

 

Was besagt die Vorschrift UL94?

In der Vorschrift UL94 geht es um die Brennbarkeit von Kunststoffen. Diese spielt bei Verdrahtungskanälen immer dann eine Rolle, wenn bestimmte Bedingungen beim Brandschutz erfüllt werden müssen. Bei Kanälen, die die Kriterien nach UL94 V-2 erfüllen, muss das Material nach 30 Sekunden verlöschen. Dabei ist es zulässig, wenn geschmolzener Kunststoff heruntertropft. UL94 V-1 muss die gleichen Bedingungen wie V-2 erfüllen, allerdings darf kein Material heruntertropfen. Darüber hinaus ist ein Nachglimmen bis zu einer Dauer von maximal 60 Sekunden zulässig. Bei UL94 V-0 darf ebenfalls kein Material tropfen, die Flamme muss zudem innerhalb von 10 Sekunden verlöschen. Ein Nachglimmen ist bis maximal 30 Sekunden erlaubt.

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