Erdungsmessgerät für 4-Pol-Erdungswiderstandsmessung und spezifische
Bodenwiderstandsmessung, separate 4-Leiter-Widerstandsmessung, erweiterbar für
selektive und spießlose Erdungsmessung, IP67 Schutzart, Bluetooth optional
Typische Anwendungen
Erdungswiderstandsmessung in elektrischen Installationen und Erdungsanlagen
Spezifische Bodenwiderstandsmessung nach Wenner für Erdungsplanung und
Standortbewertung
Durchgangs und Widerstandsmessung zwischen Erdern und Installationen
Selektive Erdungsmessung mit optionaler CT9848
Spießlose Erdungsmessung mit optionaler FT9847 und CT9848
Detaillierte Produktübersicht
Der HIOKI FT6041 ist ein Erdungsmessgerät für Elektrofachkräfte in Service, Wartung,
Prüfung und Erdungsplanung. Er kombiniert 2-Pol, 3-Pol und 4-Pol-Erdungsmessung mit
spezifischer Bodenwiderstandsmessung und separater 4-Leiter-Widerstandsmessung in
einem Gerät. Mit optionalem Zubehör lässt er sich außerdem für die selektive Messung des
Erdungswiderstands erweitern, die HIOKI als Measuring Earth with a Clamp (MEC)
bezeichnet, sowie für die spießlose Erdungsmessung.
Der multifunktionale Erdungstester ist nach IP67 gegen Staub und Wasser geschützt und
wird mit Messleitungen auf Aufwicklern, Hilfserdspießen, Erdungsnetzmodulen, einer
Gerätetasche und einer Transporttasche geliefert. Damit ist er für klassische
Erdungsmessungen mit Hilfserdern ebenso ausgestattet wie für Messungen auf Beton und
anderen harten Oberflächen. Selektive und spießlose Erdungsmessungen lassen sich mit
den optionalen Zangen CT9848 und FT9847 ergänzen.
Messmethoden für Erdungswiderstand und Bodenwiderstand
Die 3-Pol-Messung dient beim FT6041 zur präzisen Überprüfung des Erdungswiderstands
eines bestehenden Erders. Dafür werden zwei Hilfserdspieße gesetzt und der zu prüfende
Erder für die Messung von der Anlage getrennt. Bei sehr feuchten Bedingungen kann die
Messspannung von 30 V auf 20 V reduziert werden. Wenn eine vollständige 3-Pol-Messung
nicht möglich oder nicht praktikabel ist, steht zusätzlich eine vereinfachte 2-Pol-Messung zur
Verfügung. Bei der 2-Pol-Messung stehen 8 V und 20 V zur Wahl. Außerdem lässt sich die
Messfrequenz zwischen 94 Hz, 105 Hz, 111 Hz, 128 Hz und 55 Hz anpassen, um auf
Störeinflüsse oder Messbedingungen im Feld zu reagieren.
Für die Bestimmung des spezifischen Bodenwiderstands steht die 4-Pol-Messung nach
Wenner zur Verfügung. Dabei misst das Gerät zunächst einen Widerstandswert und
berechnet daraus über den eingestellten Elektrodenabstand den Bodenwiderstand in Ω·m.
Auch bei der 4-Pol-Messung kann die Messspannung zwischen 30 V und 20 V umgeschaltet
werden. Der Elektrodenabstand kann am Gerät von 1 m bis 50 m in 0,1 m Schritten oder
von 3 ft bis 160 ft in 1 ft Schritten eingestellt werden.
Selektive und spießlose Messungen mit Zangen
Für die selektive Messung des Erdungswiderstands kann der FT6041 mit der optionalen
CT9848 Signalerfassungszange erweitert werden. Dieses Verfahren ist für mehrfach
geerdete Anlagen vorgesehen, in denen der Widerstand eines bestimmten Erders gemessen
werden soll, ohne den Erder für die Messung von der Anlage zu trennen. HIOKI bezeichnet
diese Messmethode als Measuring Earth with a Clamp, kurz MEC. Je nach Messaufgabe
steht sie als 3-Pol-Messung mit Zange oder als 4-Pol-Messung mit Zange zur Verfügung.
Für die spießlose Erdungsmessung wird die CT9848 zusammen mit der optionalen FT9847
Signaleinspeisezange verwendet. Dabei koppelt die FT9847 das Messsignal in den Erdleiter
ein, während die CT9848 den resultierenden Strom erfasst. Dieses Zwei-Zangen-Verfahren
ist für mehrfach geerdete Systeme ausgelegt und kommt ohne Hilfserdspieße aus. Es dient
zur Erdungswiderstandsmessung in Anlagen, bei denen keine Hilfserder gesetzt werden
können oder sollen.
Widerstandsmessung und Messungen auf harten Oberflächen
Neben den Erdungsmessfunktionen verfügt der FT6041 auch über eine separate 2- und 4-
Leiter-Widerstandsmessung. Das ist beispielsweise dann hilfreich, wenn nach einer 3-PolMessung der zuvor von der Installation getrennte Erder wieder angeschlossen wird und
anschließend geprüft werden soll, ob die elektrische Verbindung zuverlässig hergestellt ist.
Die 2-Leiter-Messung eignet sich für einfache Durchgangsprüfungen, während die 4-LeiterMessung den Einfluss von Leitungswiderständen reduziert und damit präzisere
niederohmige Widerstandsmessungen an Erdungsverbindungen ermöglicht. Ein separates
Gerät für Widerstandsmessungen ist dadurch nicht erforderlich.
Zum Lieferumfang des FT6041 gehören zwei L9846 Erdungsnetzmodule. Sie werden
eingesetzt, wenn Hilfserdspieße auf Beton oder anderen harten Oberflächen nicht direkt
gesetzt werden können. Nach dem Öffnen der Module werden zwei KupfermeshKontaktflächen auf die zu vermessende Oberfläche gelegt und mit Wasser benetzt, um den
elektrischen Kontakt herzustellen. Die Erdungsnetzmodule lassen sich an die mitgelieferten
Messleitungsaufwickler anklicken und bilden mit ihnen eine Einheit.
Bluetooth-Kommunikation mit Z3210
Optional lässt sich der FT6041 mit dem Bluetooth-Adapter Z3210 erweitern. Damit können
Messwerte drahtlos an Windows-, iOS- oder Android-Geräte übertragen werden. Für
Smartphones und Tablets steht die kostenlose GENNECT Cross App zur Verfügung, mit der
Messwerte angezeigt, gespeichert und dokumentiert werden können. Alternativ arbeitet der
Z3210 im HID-Modus, in dem Messwerte wie Tastatureingaben direkt an die aktive
Anwendung übergeben werden. Dadurch ist auch die direkte Eingabe in Excel,
Textprogramme oder andere eingabebasierte Anwendungen möglich.
Wie alle HIOKI Erdungstester wurde auch der FT6041 in Japan entwickelt und wird in
HIOKI-eigenen Werken in Japan gefertigt.