Wissenswertes zu Drohnen mit Kamera

Einsteigerdrohnen mit Kamera

Typische Einsteiger-Drohne mit Kamera.

Mittlerweile ist es geradezu unglaublich, wieviel Technik bei Einsteigerdrohnen bereits geboten wird. Neben einer aufwändigen Elektronik zur Lage- und Flugstabilisierung werden zum Teil auch Kameras in den Mini Drohnen verbaut.

Allerdings muss man in der Preiseinstiegsklasse auch deutliche Abstriche bei der Bildauflösung machen. Die verbauten Kameras weisen zum Teil lediglich Bildgrößen von 640 x 480 px auf.

Aber auch bei der Bedienbarkeit müssen Einschränkungen in Kauf genommen werden. Denn die fest eingebauten Kameras haben teilweise leider nur einen unveränderlichen Blickwinkel nach vorne. Ist der Neigungswinkel des Objektivs einstellbar, muss die Einstellung von Hand vor dem Start durchgeführt werden.

Aber das alles tut dem Spaß am Filmen und Fotografieren aus der Vogelperspektive keinen Abbruch.

Wichtig!

Preiswerte Einsteiger-Copter im Miniformat sind aufgrund ihrer kompakten Bauform nur bedingt für den Außeneinsatz geeignet. Wenn nötig, sollte nur an windstillen Tagen geflogen werden. Dabei darf der Copter nicht zu weit vom Piloten wegfliegen. Die Erkennung der Fluglage wird sonst sehr schwer und Reichweitenprobleme können auftreten.

Unser Praxistipp:

Da bei Einsteiger-Quadrocotern die Kamera fest mit dem Copter verbunden ist, wirken sich Vibrationen sehr negativ auf die Qualität der Bilder und Videos aus. Aus diesem Grund sollte auf einen sauberen Rundlauf der Propeller geachtet werden. Verbogene oder beschädigte Luftschrauben müssen unbedingt gegen neue Exemplare ausgetauscht werden. Bei Bedarf können Luftschrauben auch gewuchtet bzw. ausbalanciert werden, wobei die leichteren Blatthälften mit kleinen Streifen Klebefilm gewichtsmäßig angepasst werden.

Ebenso störend wirken heftige Steuerbewegungen, die in jedem Fall vermieden werden sollten. Durch starke Kipp- und Drehbewegungen wirken die erstellten Videos extrem unruhig und sind dadurch uninteressant. Aber mit etwas Übung hat man der „Dreh“ schnell raus.

  

Wackelfreie Videos dank Gimbal

Wer großen Wert auf gute und wackelfreie Videos legt, sollte in jedem Fall einen Quadrocopter wählen, bei dem die Kamera per Gimbal stabilisiert ist. Ein Gimbal ist im Prinzip eine elektronisch stabilisierte kardanische Kameraaufhängung.

Sogenannte MEMS-Sensoren registrieren sämtliche Bewegungen des Quadrocopters und erzeugen in Echtzeit ein Steuersignal für die Aufhängung, die der Copterbewegung entgegen wirkt.

Sind alle drei Achsen stabilisiert, kann sich der Copter im Flug drehen, neigen oder kippen wir er will. Die Kamera bleibt scheinbar wie festgenagelt auf das zu filmende Objekt ausgerichtet.

Absolut wackelfreie Videos und superscharfe Fotos sind das Ergebnis. Denn in Verbindung mit einem Gimbal werden meist auch Kameras mit HD-Auflösung verwendet. Der Blickwinkel der Kamera kann zudem jederzeit im Flug per Fernsteuerung individuell verändert und eingestellt werden.

Die Kamera unter dem Quadrocopter wird von einem Gimbal getragen.

Gleichzeitig fliegen und filmen

In den beiden Öffnungen über der Kamera sind Distanzsensoren verborgen.

Bei einem Quadrocopter für Einsteiger wird man sich vorwiegend auf das Fliegen konzentrieren und sich anschließend von der Videoaufnahme mehr oder weniger überraschen lassen. Besonders dann, wenn keine Live-Übertragung der Kamerabilder vom Quadrocopter zum Piloten möglich ist.

Wer aber seinen Fokus auf gute Videos legt, sollte einen Quadrocopter mit GPS-Funktion wählen. Diese Drohnen fliegen autonom und können auch bei Windböen selbsttätig und exakt auf der Stelle schweben.

Der Anwender kann sich dann voll auf die Führung der Kamera konzentrieren und muss nicht ständig die Drohnenposition korrigieren. Diese Funktion ist speziell bei Service- und Inspektionsflügen hilfreich.

Zudem ermöglicht die GPS-Funktion weitere interessante Flugmanöver, die beim Erstellen von Sportvideos geniale Möglichkeiten bieten. Zusätzliche Sensoren verhindern, dass der Quadrocopter bzw. die Drohne bei den autonomen und teilweise recht rasanten Flugbewegungen gegen ein Hindernis stößt.

Industrie-Drohnen für professionelle Anwendungen

Im professionellen Bereich werden in der Regel große Profi-Drohnen mit einer hohen Tragkraft und langen Flugzeiten eingesetzt. Dabei werden zum Teil handelsübliche HD-Kameras mit einer Auflösung von 4K oder mehr genutzt. Alternativ dazu nutzen z.B. Feuerwehren Copter mit Wärmebildkameras, um bei Flur- oder Waldbränden versteckte Glutnester schnell und zuverlässig zu finden. Aber auch Photovoltaik-Anlagen lassen sich mit IR-Kameras auf ideale Weise kontrollieren. In der Landwirtschaft bringen Multispektralkameras klare Erkenntnisse über Pflanzenwachstum, Düngerbedarf oder Schädlingsbefall.

Bildübertragung und Aufzeichnung

Bei der Bildübertragung und der Aufzeichnung werden unterschiedliche Wege beschritten. Preisgünstige Einsteiger-Drohnen besitzen teilweise nur einen Schacht für eine MicroSD-Karte. Leider besteht dann keine Möglichkeit, die Videoaufnahmen während des Fluges zu kontrollieren. Das Ergebnis kann erst nach der Landung in Augenschein genommen werden.

Andere Copter in der Preiseinstiegsklasse nutzen eine WiFi-Verbindung, um die Kamerasignale auf ein vorhandenes Smartphone oder Tablet zu übertragen. Die Speicherung erfolgt dann im Tablet oder Smartphone. Das ermöglicht zwar eine Kontrolle der Aufnahme während des Fluges, aber Bildaussetzer durch Übertragungsfehler werden ebenfalls gespeichert. Zudem muss vor jedem Flug die WiFi-Verbindung neu hergestellt werden.

Gleichzeitig bieten die Hersteller auch eine App-Steuerung zum kostenlosen Download an. Mit dieser App können Foto- und Videoaufnahmen durchgeführt und gleichzeitig auch der Quadrocopter gesteuert werden. Dazu werden virtuelle Steuerknüppel am Display eingeblendet oder auch die Lagesensoren des Smartphones/Tablets zur Steuerung genutzt.

Die Funkfernsteuerung ist gleich mit einem Halter für ein Smartphone ausgestattet.

Quadrocopter in der mittleren bis oberen Preisklasse arbeiten parallel. Das bedeutet, die Kamerasignale werden zur Kontrolle auf ein Smartphone, Tablet oder auch einem Monitor im Sender übertragen. Gleichzeitig werden die Signale in HD Qualität oder Full HD im Copter auf eine Speicherkarte oder einem internen Speicher aufgezeichnet. Das bedeutet: Der Anwender hat stets den perfekten Überblick über das Gefilmte und etwaige Übertragungsfehler während des Fluges sind später im Video nicht zu sehen.

FPV – Fliegen aus der Cockpit-Perspektive

Das Smartphone kann wahlweise an die Fernsteuerung montiert oder in die FPV-Brille eingelegt werden.

 

Einige RC Quadcopter werden als FPV (First Person View) Modelle angeboten. Zum Teil ist dann auch gleich eine FPV Videobrille im Lieferumfang enthalten.

Die Bilder der nach vorne ausgerichteten Copter-Kamera werden dann per Funk an die FPV-Brille übertragen. Der Pilot am Fernsteuersender hat dann den optischen Eindruck, als würde er selber im Cockpit seiner Drohne sitzen.

Wichtig dabei ist, dass die Drohne nicht schwerer als 250 g ist und die maximale Flughöhe 30 m beträgt. Andernfalls muss eine zweite Person den Flug überwachen bzw. beobachten und den Bediener am Sender auf eventuelle Gefahren hinweisen.

Was ist beim Einsatz von Kamera-Drohnen zu beachten?

Kamera-Drohnen unterliegen selbstverständlich den allgemeinen rechtlichen Voraussetzungen zum Betrieb von Drohnen und der Versicherungspflicht. Diese sind in der Drohnen-Verordnung genau definiert.

Zudem müssen auch die rechtlichen Grundlagen bezüglich der Erstellung von Fotos und Videoaufnahmen von Personen, Objekten und Einrichtungen beachtet werden. Im Klartext heißt das, dass man nicht einfach alles und jeden filmen und das Ergebnis dann auf den einschlägigen Videoportalen online stellen darf. Wenn im Vorfeld die Erlaubnis eingeholt wird, ist das mit Sicherheit die bessere Lösung. 

So finden Sie die passende Kamera-Drohne

Ob Einsteiger-Drohnen, Mini-Quadrocopter, FPV-Drohnen oder Foto-Drohnen: Die Anzahl der unterschiedlichen Drohnen-Modelle ist mittlerweile fast unüberschaubar geworden. Um die richtige Drohne mit Kamera zu finden, sollten Sie folgende Fragen beantworten:
 

Zu welchem Zweck soll die Kamera-Drohne dienen?

Entscheidend für die Auswahl ist der Einsatzzweck. Denn wenn die Drohne dazu dienen soll lediglich einen Einblick in das Thema zu erhalten, ist ein kostengünstiges Exemplar durchaus sinnvoll. Wenn aber anspruchsvolle Videos erstellt werden sollen, muss man eine Preisklasse höher einsteigen. Für den gewerblichen Einsatz sollte die Drohne in jedem Fall mit GPS-Funktion und einer 4K-Kamera ausgerüstet sein.
 

Wieviel Geld darf die Drohne kosten?

Das jeweils zur Verfügung stehende Budget ist zusammen mit dem Einsatzzweck der wohl wichtigste Faktor für die Auswahl einer Drohne. Wenn dieser Wert feststeht, können die unterschiedlichen Drohnen in der gewünschten Preisklasse miteinander verglichen werden. Dabei können weitere Fragen geklärt werden. 
 

In welcher Qualität sollen die Videoaufnahmen erstellt werden?

Die Auflösung der Kamera ist entscheidend für die Video- und Fotoqualität. Je höher die Auflösung, desto besser ist die Bildqualität.
 

Wird ein Kamera-Gimbal benötigt?

Neben der mechanischen Stabilisierung der Kamera bieten einige Hersteller auch eine elektronische Bildstabilisierung an. In diesem Fall entfällt der mechanisch aufwändige Gimbal.
 

Wird eine GPS-Funktion benötigt?

Dank GPS können Drohnen autonom fliegen und die Bedienung bzw. Steuerung im Flug ist deutlich einfacher. Allerdings muss vor dem Start sichergestellt sein, dass eine ausreichende Anzahl von Navigations-Satelliten empfangen wird.
 

Welche Sonderfunktionen sind erforderlich?

Um sich von den Mitbewerbern abheben zu können, bauen viele Hersteller Sonderfunktionen, wie z.B. die Follow-me-Funktion in ihre Copter ein. Speziell in Verbindung mit GPS lassen sich so die schönsten automatischen Flugaufgaben realisieren. Ob diese Funktionen aber auch wirklich benötigt werden, muss jeder Anwender für sich selber entscheiden.

  

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